Januar, 2011

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Marktprämie für Biogas

Montag, Januar 31st, 2011

In einem Sondergutachten „Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung“, welches der Umweltminister Norbert Röttgen am 26. Januar übergab, geht hervor, dass der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) die Umstellung der Biogasförderung von der Vergütung auf eine Marktprämie vorgeschlagen hat.

Mit diesem Vorschlag geht der Sachverständigenrat einen Schritt weiter, als der Vorschlag, der vom Fraunhofer ISI entwickelt wurde. In dem ISI-System für eine Marktprämie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist es Besitzern von Anlagen möglich, sich frei zu entscheiden, ob sie ihren Strom aus Biogas selbst vermarkten oder eine festgelegte Zahlung erhalten wollen. Die Marktprämie wird dann ausgezahlt, wenn der erhaltene Marktpreis unter der EEG-Vergütung liegt. Damit würde die Marktprämie die Differenz zwischen Marktpreis und Vergütung ausgleichen.

Der Sachverständigenrat gibt zu, dass dieser Wechsel zu einem Aufschlag auf einen erzielten Marktpreis die Investitionssicherheit für die Anlagenbetreiber verringert. Allerdings meint der Sachverständigenrat für Umweltfragen diese Änderung sei notwendig, damit Strom aus Biogasanlagen zukünftig auch als Regelenergie dienen kann. Das bezieht sich besonders auf die Stromproduktion aus Windkraft und Solaranlagen, da diese Energiequellen stark von Umweltfaktoren beeinflusst werden. Beispielsweise ob die Sonne scheint oder ein starker Wind weht.

Durch die Vermarktung mit der Marktprämie wird für die Biogasanlagenbetreiber ein Anreiz geschaffen, ihren Strom auf dem Regelenergiemarkt anzubieten. Allerdings sieht der Fachverband Biogas die Gefahr, dass mit dieser Marktprämie nur die großen Biogasanlagebetreiber profitieren. Diese könnten das Investitionsrisiko besser tragen, die kleinen Anlagenbetreiber blieben dabei jedoch auf der Strecke.

Änderung der Einspeisetarife

Freitag, Januar 21st, 2011

Das Bundesumweltministerium und die Photovoltaikbranche haben sich in Bezug auf die Förderung von Solarstrom geeinigt. Schon Mitte des Jahres sollen die Einspeisetarife teilweise gesenkt werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) gab gestern bekannt, dass eine Einigung über die Absenkung der Einspeisetarife für dieses Jahr beschlossen wurde. Zusammen mit dem Bundesumweltministerium (BMU) ist die Solarbranche damit einverstanden, dass die Absenkung der Einspeisetarife bereits ab dem 1. Juli stattfinden kann. Dabei ist nicht nur die reguläre Senkung der Förderung gemeint. Die bisher von der Solarbranche abgelehnte Sonderdegression ist ebenfalls möglich.

Die Sonderdegression hängt von der erwarteten Marktentwicklung in diesem Jahr ab und wird auf drei bis 15 Prozent geschätzt. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach den Vorgaben im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Danach wird die Entwicklung der Binnennachfrage für Photovoltaik in den Monaten März bis Mai als Berechnungsgrundlage genommen. Falls sich bei dieser Berechnung ein zu erwartender Zuwachs von weniger als 3,5 Gigawatt ergibt, wird die Höhe der Einspeisetarife wie geplant erst im Jahr 2012 geändert. In dem Fall kommt es auch zu keiner Sonderdegression.

Die Solarbranche sieht diese Einigung nicht als Verlust an, es sei vielmehr ein Kompromiss.

Erneuerbare Energien

Samstag, Januar 15th, 2011

Erneuerbare Energien sind als Aktie ein Flop. Weltweit boomte es an den Börsen im Jahr 2010, bis auf Aktien für erneuerbare Energien.

Der internationale Aktienindex für erneuerbare Energien, Renixx, legte einen gravierenden Kursverlust hin. Das Börsenbarometer notierte zum Jahresende mit rund 530 Punkten um rund 29 Prozent niedriger als vor einem Jahr, so das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR). Das Jahr 2010 war für die „grüne“ Energie ein schlechtes Jahr.

30 börsennotierte Unternehmen aus der regenerativen Energiewirtschaft werden im Renixx geführt. Der Renixx war innerhalb von wenigen Jahren in die Höhe geschossen und konnte seinen Kurs auf über 1800 Punkte verfünffachen. Der Einbruch begann in der Wirtschaftskrise, aber 2010 setzt sich der Negativtrend fort.

Dieser Trend spiegelt auch die realwirtschaftliche Entwicklung wieder. Die erneuerbare Energiewirtschaft erlebe eine tiefe Rezession, so der IWR-Direktor Norbert Allnoch. Viele Aufträge für Offshore-Windmühlen, Geothermie-Kraftwerke, und Biogasanlagen wurden storniert oder zumindest vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke in Deutschland hat ebenso seinen Teil dazu beigetragen. Anleger sind verunsichert und zögern Investitionen zu betätigen. “In allen Bereichen der erneuerbaren Energien wurde und wird konsolidiert, querbeet”, meint der Hamburger Energieexperte und freie Unternehmensberater Christian Gotthardt.

Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko

Samstag, Januar 8th, 2011

Das Moratorium der US-Regierung hat nicht einmal ein Jahr angehalten. Im Golf von Mexiko dürfen wieder Tiefseebohrungen stattfinden.

Die Folgen der Ölkatastrophe vom April letzten Jahres sind längst nicht ausgestanden. Die Natur wird noch lange benötigen, um sich von dieser Katastrophe zu erholen. Über 30 Naturparks entlang der US-amerikanischen Golfküste sind immer noch von der Ölpest betroffen. Tiere und Pflanzen leiden erheblich darunter. Dennoch dürfen die Ölkonzerne ihre Tiefseebohrungen wieder aufnehmen.

Die Firmen müssen jedoch verschärfte Auflagen erfüllen. Unter anderem soll eine unabhängige Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen stattfinden. Es gibt allerdings kein neues Genehmigungsverfahren, das hält die zuständige US-Behörde nicht für notwendig. Es scheint fast so, als ob sie den Druck der Ölindustrie nachgibt, die weiterhin Tiefseebohrungen durchführen wollen, natürlich mit sehr wenigen Auflagen.

Der Greenpeace-Experte Jörg Feddern ist der Ansicht, dass es ab 200 Metern Wassertiefe gar keine Bohrungen mehr geben dürfte. Die Technik sei ab einer solchen Meerestiefe nicht mehr beherrschbar. So kann sich ein Unglück, wie im letzten Jahr jederzeit wiederholen.