Dezember, 2010

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Klimagipfel in Cancún

Samstag, Dezember 11th, 2010

Die 190 Teilnehmerstaaten des Klimagipfels in Cancún haben sich in der Nacht zum Samstag auf die Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels geeinigt.

Die Erderwärmung soll auf 2 Grad begrenzt werden, über eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Darin wird den Industriestaaten die Emissionsminderung vorgeschrieben.

Die UN-Konferenz im mexikanischen Cancún hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Erderwärmung beschlossen. Die Teilnehmerstaaten bekannten sich erstmals geschlossen zur Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad. Die Fortschreibung des Kyoto-Protokolls wurde ebenfalls beschlossen.

Die mexikanische Außenministerin und Konferenzpräsidentin Patricia Espinosa meinte, die Beschlüsse stellten „eine neue Ära der internationalen Zusammenarbeit beim Klimawandel“ dar. Die Vorsitzende des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, ist der Ansicht, dass die Staaten in Cancún ein klares Signal zum Klimaschutz gegeben hätten.

Es war kein leichter Beschluss, aber die beteiligten Staaten wollen gemeinsam zu dem Ziel kommen, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Ende 2010 soll im südafrikanischen Durban (bei der nächsten Klimakonferenz) ein konkretes Vorgehen für die Verringerung des weltweiten Treibhausgasausstoßes vereinbart werden. Außerdem soll die Erderwärmung bis zum Jahre 2015 auf 1,5 Grad begrenzt werden.

Zusätzlich beschlossen die Teilnehmer der Klimakonferenz ein Waldschutzprogramm, als auch einen Grünen Klima-Fonds für die Verringerung des Klimawandels in Entwicklungsländern.

Greenpeace meinte, Cancún habe „die Grundpfeiler für einen globalen Klimaschutzvertrag“ gelegt. Die Beschlüsse müssten allerdings noch verbessert und ausgearbeitet werden. Kritik gab es vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), es fehle an konkreter Emissionsminderungszusagen, so die Aussage.
Die Entwicklungsorganisation Germanwatch begrüßt die in Cancún beschlossenen Klimaschutzpakete. Aber auch sie sind für weitere Verbesserungen und Ausarbeitungen.

Einig sind sich alle Umweltschutzorganisationen, dass sie Ergebnisse des Klimagipfels ein guter Anfang sind, aber die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus.

Röttgen besucht Gorleben

Freitag, Dezember 3rd, 2010

Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) besuchte das mögliche Atommüll-Endlager in Gorleben. Ziel seines Besuchs war neben der Besichtigung des Salzstocks auch der Dialog.

Dies geschah fast einen Monat nach dem jüngsten Castor-Transport, der massiven Widerstand in der Bevölkerung hervorrief.

Die Regierung hat durch die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke die Meinung der Bürger missachtet und durch ihre einseitige Gorleben-Politik den Dialog mit den Bürgern längst aufgekündigt. Norbert Röttgen plant 4800 Tonnen zusätzlichen Atommüll und einen Ausbauplan für ein Endlager in Gorleben. Greenpeace Atomexperte Matthias Edler behauptet, dass Röttgen ein Wolf im Schafspelz sei, der offensichtlich mehr am Wohlbefinden der Atomindustrie interessiert sei, als an der Umwelt oder der Sicherheit der Bevölkerung.

Der Bundesumweltminister redete nicht mit den Bürgern. Nach der Besichtigung des Lagers traf sich Röttgen mit Graf von Bernstorff, der Grundstücke über dem Salzstock besitzt. Deshalb konnten die darunter liegenden Bereiche bislang nicht untersucht werden.

Der Besuch Röttgens war ein Novum in Gorleben. Zum ersten Mal gab es während des Besuchs eines Umweltministers keine Demonstration. Er wurde absichtlich ignoriert und niemand der Kritiker des geplanten Atommüll-Endlagers erklärte sich bereit mit ihm zu sprechen.

Röttgen will den Standort ergebnisoffen prüfen lassen. Ob in Gorleben ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll errichtet werden kann und wird, dürfte nicht vor 2017 entschieden werden.