In Frankreich ist der Castor-Transport nach Gorleben gestartet. 123 Tonnen hoch radioaktiver Atommüll bewegt sich nun in Richtung Deutschland.
Der Zug startete am Freitagnachmittag mit elf Behältern hochradioaktiven Materials. Ausgangspunkt war La Hague. Zwei Stunden nach der Abfahrt war die erste Blockade von Atomkraftgegnern im nordfranzösischen Caen. Vier Atomkraftgegner hätten sich an die Gleise gekettet, sagte ein Polizeisprecher. Die AkW-Gegner entrollten ein Transparent auf dem stand: „Unser Widerstand kennt keine Staatsgrenzen!“
Dennoch rollte der Zug nach einigen Stunden Verzögerung weiter. Dieser besteht aus 14 Waggons, wovon drei für mehrere Duzend Polizisten reserviert sind. 123 Tonnen Atommüll sollen am Samstagnachmittag Deutschland mit diesem Zug erreichen. Am Sonntag wird der Atommüll in Gorleben erwartet.
Allerdings sind dabei die massiven Proteste der Bevölkerung nicht eingeplant. Die Mehrheit der Bevölkerung war für einen Atomausstieg und dieser war ja schon beschlossene Sache. Umso heftiger wird der Protest jetzt werden.
Im Wendland werden am Samstag mehr als 30 000 Menschen zur großen Auftaktdemonstration erwartet, mehr als je zuvor.
Es wird diskutiert, dass die Kosten für den Transport von den Atomstromproduzenten übernommen werden sollen. Schließlich brüsken sich die Atomkonzerne damit, dass sie billigen Strom produzieren, aber sie lassen den Transport und die Lagerung ihres Mülls völlig außer Acht. Das soll alles der Steuerzahler zahlen. Sonst sähen die Kosten für Atomstrom ganz anders aus. Dann würde niemand mehr behaupten, Atomstrom wäre billig.