Der Streit um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke nimmt kein Ende. Nun liegt ein Gutachten über die Frage der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke vor.
Das Gutachten, welches von der Regierung angefordert wurde, wird sehr unterschiedlich interpretiert. Dort fand eine Untersuchung statt, wie sich eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke auf die Energiekosten auswirken könnte. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) meint, der größte Nutzen für die Wirtschaft läge in einer Laufzeitverlängerung von zwölf bis 20 Jahren.
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hingegen ist der Ansicht, dass eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke keinen Einfluss auf die Strompreise der Zukunft hätte. Röttgen ist der Meinung, eine Verlängerung von maximal acht Jahren für die sich noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke, wäre mehr als genug. Derzeit befinden sich noch 17 Atomkraftwerke in Deutschland in Betrieb.
Der Umweltminister Norbert Röttgen hat nun eine neue Variante für den Ausstieg vorgeschlagen. Das wäre ein Atom-Ausstieg durch die Hintertür. Er will bei einer Laufzeitverlängerung vorschreiben, dass alle Atomkraftwerke mit Baumaßnahmen zum Schutz vor Flugzeugabstürzen und Terroranschlägen ausgestattet werden müssen. Das rentiert sich für ältere Kernkraftwerke nicht mehr.
Der Streit um die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sorgt auch in Österreich für Debatten. Ex-Kanzler und Nationalratsabgeordneten Wolfgang Schüssel (VP) sitzt im Aufsichtsrat des deutschen Energieriesen und AKW-Betreiber RWE. Er würde von der Laufzeitverlängerung profitieren und deshalb schweigt die österreichische Regierung zu en deutschen Atomplänen. Die grüne Umweltsprecherin Christine Brunner fordert deshalb einen Rücktritt Schüssels, da es allgemein in Österreich einen Anti-Atom-Konsens gibt.