Juli, 2010

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Ölpest schlimmer als erwartet

Freitag, Juli 23rd, 2010

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexico nimmt weit schlimmere Ausmaße an, als anfangs angenommen. Selbst die pessimistischsten Vorhersagen zu Beginn werden jetzt noch übertroffen.

Die Menge des Öls, die bislang ins Meer gesprudelt ist, ist nach neuesten Schätzungen der Experten viel höher, als angenommen. Es seien pro Tag zwischen 2700 und 4500 Tonnen Öl ins Meer geflossen sein, bevor der Auffangbehälter von dem Ölkonzern BP installiert worden ist. Das gab die US-Geologie-Behörde bekannt. Zuvor lagen die Schätzungen bei 1600 und 3400 Tonnen Öl.

Das ist bereits das dritte Mal, dass die Schätzungen über das ausgetretene Öl massiv nach oben korrigiert wurden. Es ist keinesfalls sicher, ob diese Zahlen stimmen, vielleicht ist es in echt noch viel mehr Öl, welches den Ozean verpestet.

Angesichts des Desasters wächst die Wut auf BP, sowohl bei der US-Regierung, als auch bei der Bevölkerung. Der Aufsichtsratsvorsitzende von BP, Carl-Henric Svanberg, soll am kommenden Mittwoch dem US-Präsidenten Barack Obama eine Erklärung über die weitere Vorgehensweise abgeben.

Vor allem sei BP für die gesamten Kosten verantwortlich, hieß es von Seiten der US-Regierung. Das hilft den Tieren und Pflanzen im Meer allerdings nicht weiter. Auch die 11 Menschen, die bei der Explosion ums Leben gekommen sind und Familien zurückgelassen haben, werden davon nicht wieder lebendig.

Konzessionsverlängerung für Bohrinsel “Mittelplate”

Donnerstag, Juli 8th, 2010

Umweltschützer reagierten mit heftiger Kritik auf die Konzessionsverlängerung der Bohrinsel “Mittelplate” im Wattenmeer vor der deutschen Nordseeküste.

Sie warnten vor den Folgen einer weiteren Ölkatastrophe, wie sie derzeit bei der bislang größten Ölkatastrophe am Golf von Mexico zu beobachten sind. Das Wattenmeer ist ein sehr empfindliches Ökosystem, dort sollte man nichts riskieren, so argumentieren die Umweltschützer. Der Unfall im Golf von Mexiko sollte eine Warnung sein, so der Vorsitzender der Naturschutzorganisation BUND, Hubert Weiger. Im Falle einer Ölkatastrophe benötigte das Ökosystem im Wattenmeer viele Jahrzehnte, um sich zu erholen, meinte er. Viele Meeresbewohner und Seevögel würden qualvoll verenden, so wie wir es derzeit am Gof von Mexiko beobachten können.

Die Konzessionsverlängerung geht bis 2041, trotz der Klassifizierung als Weltnaturerbe vor einem Jahr. Schon vor einem Jahr war die Plattform der UNESCO ein Dorn im Auge.

Ein Auslaufen der Genehmigung für Mittelplate müsste nicht das Ende der Ölförderung bedeuten. Auch vom Festland aus können durch Querbohrungen genau dieselben Ölquellen angezapft werden. Es gibt natürlich keine völlig sichere Ölförderung, aber dennoch sollte die Ölindustrie stärker in die Verantwortung gezogen werden. Außerdem sollten Präventivmaßnahmen getroffen werden, Förderverbote in sensiblen Gebieten wären ein Ansatz. Dazu zählen auch die Arktis und die Tiefsee.